Santiago Munoz Prado

Am 12. Mai 1984 wurde ich in Cali / Kolumbien geboren.

Meine gesamte Familie durchlief den Weg der Ingenieurwissenschaften, denn dieser war/ist in Kolumbien die einzige Garantie für beruflichen Erfolg. Einen Platz für Kunst gab es damals nicht wirklich... Nur meine Omi zeigte ihre Zuneigung zu Gedichten, Malerei, Stricken und Basteln, was ich immer bewundert hatte. Aber Kunst als Beruf? Nie! „Davon kann doch keiner leben...“

Meine Zeichnungen im Kindergarten ließen meine Erzieher damals vermuten, ich sei der Architekt der Zukunft. Dies blieb mein ganzes Leben im Hinterkopf und mein Wunsch eines architektonischen Studiums war immer lebendig. Letztendlich landete ich doch gemäß der Familientradition im Ingenieurzweig als Student des Bauingenieurwesens, was mir ebenfalls viel Freude bereitet.

Schon während meiner Kindheit trennte ich mich partiell von meinen Schulkollegen und lebte eher in einer inneren Phantasie-Welt. Die Motive meiner Bilder waren Darstellungen der Welten, die in meinem Kopf existierten. Anregungen zu diesen Phantasien fand ich in Star Wars, Comic Helden, Mangas, Discovery Channel und alles andere, was nicht zu der Realität passte. Meine Vorstellungen sollten nur mir gehören, da sie mein inneres zerbrechliches Heim aufbauten. Nur ich sollte Zutritt zu diesen Bildern haben. So folgte meine künstlerische Entwicklung autodidaktisch und geheim. Erst mit 17 Jahren gelang mir der persönliche Durchbruch, meine Bilder der Weltöffentlichkeit zugänglich zu machen.

Aber zu der Kunst, die ich jetzt praktiziere, kam ich erst während des Studiums, als ich während eines Semesters krankheitsbedingt keine Vorlesungen hatte. So setzte ich meine Zeit sinnvoll ein, meiner Leidenschaft mehr Platz zu geben. Technisch bin ich noch nicht befreit und arbeite ständig daran, meinen Vorstellungen näher zu kommen.

Was stelle ich in meinen Bildern dar? Immer noch die Welten meiner Kindheit. Irgendwo soll das kleine Kind noch leben, denn nur so gelingt es mir, frei zu sein. Sie sind oft mit Gefühlen und Situationen von mir verbunden, sind ein Teil von mir. Sie dürfen frei interpretiert werden, dies ist mir wichtiger als meine eigene Interpretation jedem überzustülpen. Oft haben die Bilder nicht die erwartete tiefgründige Bedeutung. Mit der menschlichen Daseinsberechtigung, dem Leben nach dem Tod und kosmischen Geistern will ich mich nicht jedes Mal befassen.

Literatur und Musik begleiten oft meine Gemälde. Isaac Asimov's Visionen versuche ich gern immer wieder auf die Leinwand zu bringen. Gefühle von Komponisten wie Andy Kuntz oder Arjen Lucassen versuche ich in mir aufzunehmen und dann zu interpretieren. Wenn es mir gelingt, dann erzählen Bilder meine Vergangenheit, meine Gegenwart und meine Wünsche. Kunst ist die beste Inspiration für Kunst, egal welcher Art.

Nehmen sie sich Zeit für die Bilder oder auch nicht. Das ist jedem überlassen und es gibt keine Anleitung, um Kunst zu bewundern. Am Besten man fühlt sie, man atmet sie, man genießt sie.

Surrealismus und Futurismus aufgelockert mit subtiler Pop Art ist oft die Tendenz meiner Bilder. Mit S. Dalí, J. Bertels, H. R. Giger, A. Warhol, Isaac Asimov, J. K. Rowling, T. Sammet, A. Lucassen, J. S. Bach und weiteren Künstlern als Vorbild bewege ich mich in einem sehr weiten und differenzierten Spektrum, so dass ich mich nicht ganz direkt einer künstlerischen Richtung zuordnen kann. Am Besten vergisst man lieber die bekannten Stilrichtungen.

Euer sAnTiAgO

 

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